Strategischer ImmobilienVerkauf mit nur einem Besichtigungstermin

Corona und die Preise

Wie werden sich die Maßnahmen und Verordnungen, die in Deutschland vonseiten der Politik ergriffen und erlassen wurden, auf den Immobilienmarkt auswirken?

Hierbei ist der Unterschied zwischen einerseits selbstgenutzten Immobilien und Kapitalanlagen sowie andererseits gewerblichen Flächen relevant.

Für selbstgenutzte Häuser und Wohnungen erwarte ich in der zweiten Jahreshälfte fallende Preise, in einer Größenordnung von zehn und mehr Prozent. Ein Großteil dieser Immobilien wurde finanziert, und durch den Wegfall von Arbeit, Einkommen oder gar der Basis der geschäftlichen Tätigkeit dürfte es zu Ausfällen bei den Kreditzahlungen kommen. Wie lange die Banken stillhalten, bevor sie hier zum Verkauf drängen, bleibt abzuwarten.

Auf der Nachfrageseite, also bei den potenziellen Käufern, erwarte ich Zurückhaltung, bis sich die wirtschaftliche Situation zumindest einigermaßen stabilisert hat. So dürfte ein erhöhtes Angebot auf eine reduzierte Nachfrage treffen.

Für die zur Kapitalanlage genutzten Immobilien wird es aller Voraussicht nach keine sinkenden Preise geben – eher im Gegenteil. Das Angebot ist gering. Auch hier erwarte ich, dass mehr Wohnungen oder auch Mehrfamilienhäuser auf den Markt kommen. Wenn Mieten ausbleiben, wenn Geld benötigt wird und Immobilien schon länger im eigenen Besitz sind, bietet sich ein Verkauf an.

Die Nachfrage ist hoch, Finanzierungen werden seltener und dann in geringerem Umfang in Anspruch genommen. Schließlich könnte die Nachfrage noch weiter steigen, weil die Unsicherheit in Bezug auf Wirtschaft und Geldwert zunimmt und Wohnungen und Zinshäuser hier Schutz versprechen.

Der Bereich der gewerblichen Immobilien dürfte äußerst spannend werden. Wenn mittlere und größere Unternehmen Konsequenzen aus der aktuellen Situation ziehen, wenn sie Arbeitsabläufe komplett überdenken und zum Beispiel Mitarbeiterplätze auslagern – ob ins Home-Office oder in Co-Working Spaces –, könnte es zu Leerständen größerer Areale kommen. Ergänzt werden könnte diese Entwicklung durch die Akzeptanz der Tatsache, dass SchülerInnen lieber im eigenen Rhythmus lernen und nicht zwingend zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Gebäude sein müssen. Würden also Schulgebäude nicht mehr in den bisherigen Dimensionen benötigt werden, würden Behörden, Verwaltungen und vergleichbare Einrichtungen Arbeit und Leistung von körperlicher Präsenz entkoppeln. Die Auswirkungen und die sich bietenden Möglichkeiten für ein komplett neu gestaltetes Miteinander sind kaum absehbar.

In Bezug auf kleinere gewerbliche Flächen bin ich eher pessimistisch. Nicht wenige Einzelhändler, Selbstständige und Gastronomen werden ihr Geschäft aufgeben müssen. Was mit den dann frei werdenden Immobilien geschehen wird, ist offen. Wer sollte sie anmieten oder kaufen, mit welcher Perspektive? Hier wage ich keine Prognose, außer der, dass sich die Innenstädte und das Leben dort verändern werden.


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